Geschrieben am 13.März 2020

Ich bin gesund und munter. Sehr sogar. Ich habe mir etwas Ruhe gegönnt und gefastet. Das Fasten mache ich für gewöhnlich zwei Mal im Jahr. Einfach mal entschleunigen und auf ‘Reset’ drücken. Das gilt für das Essen, aber auch für Unternehmungen, den Austausch mit anderen und dem Handykonsum.

Ägypten: Bis heute hier und da zu lesen. Gut zur Erinnerung. So soll es sein.

Ob und wie in Ägypten der Virus umgeht ist unbekannt. Vermutlich wird es verschwiegen, um eine Massenpanik zu vermeiden. Macht Sinn. Bei so vielen Menschen, die auf einem Haufen leben. Somit ist mein Wissen zurzeit auf Nachrichten meiner Freunde und Familie zu diesem Thema beschränkt. Klar, ich könnte das Internet durchforsten, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Aber, wieso sollte ich das tun? Wieso sollte ich in mir eine Angst schüren? Wieso mich mit so schlechten Nachrichten beschäftigen? Wieso sollten solche Schock-Nachrichten wie ”Klopapier-Mangel“ meinen Geist beschäftigen? Schon seit einiger Zeit hüte ich mich vor solchen Angstmachereien. Tägliche Nachrichten sind die kleinste Form davon. Und auch diese meide ich. Es hat alles andere, als mit Ignoranz zu tun. Es ist ein Selbstschutz. Aus Gründen der Selbstliebe. „Was!?“, schreit der ein oder andere dann auf, „Dann kannst Du garnicht bei den ganzen Stammtisch-Gesprächen mitreden!“. Ja. Das stimmt, weil ich nicht in Kontakt damit komme. Ich bevorzuge es Gespräche zu führen, mit Sinn, Herz und Verstand. Ich liebe es mehr über Dich zu erfahren. Was macht Dich aus? Was treibt Dich an? Was hindert Dich? Auf welche Art und Weise können wir füreinander da sein? Sei es beruflich oder privat. Ich finde es interessant Verbindungen entstehen zu lassen und sich gemeinsam darauf einzulassen. Ich freue mich von Dir Geheimnisse des Lebens zu erfahren. Ein Austausch, der einen weiter bringt. Was bringt es mir also mich mit Dir über die Panikmache und den Virus zu unterhalten? Wenn Du doch auch gesund und munter bist(und Deine Liebsten miteinbezogen), dann ist doch alles gut. Wenn es nicht der Fall ist, dann lass uns darüber reden, was Dich bedrückt, was Dir eine Krankheit, oder miese Laune beschert. Auch dafür gibt es Lösungen, die im Gespräch mit anderen oft leichter ans Licht kommen, als wenn man es mit sich rumträgt. So trägt die ganze Welt noch zuviel Angst in sich. Das ist vor allem jetzt sichtbar. Der Virus ist nur ein gutes Beispiel dafür, wieviel Angst in den Menschen schlummert. Es kommen Verhaltensweisen zum Vorschein, die sonst unter den Teppich gekehrt werden. Dann heißt es oft: „Ich habe doch keine Angst. Die anderen sind es.“. Wärst Du in diesem Moment ehrlich zu Dir, würdest Du nicht mit dem Finger auf andere Leute zeigen. Das haben wir doch schon als kleines Kind gelernt. Nur ist die wahrhaftige Bedeutung von dem Spruch wohl verloren gegangen. ”Kehre vor Deiner eigenen Haustür“, heißt auch nicht, dass Du ignorant und egozentrisch durch das Leben laufen sollst. Es geht darum, Deinen Dreck wegzukehren, Deinen inneren Ballast loszuwerden, Deine Ängste gehen zu lassen. Ja, und dann fragt man sich, was dann ist. Wenn Gedanken kein Kopfzerbrechen mehr bereiten. Wenn es nicht mehr hier und da juckt. Wenn eine Harmonie einkehrt. Dann hast Du nämlich den anderen der beiden Wege gewählt. So einfach ist das Leben: ein aktives Entscheiden, zwischen zwei Wegen. Zwischen zwei Verhaltensweisen. Zwischen zwei inneren Haltungen. Hast Du schon gewählt? Oder lässt Du Dich treiben, verblenden oder manipulieren? Und gehst somit einer aktiven Entscheidung, was Dein Leben betrifft, aus dem Weg? Sei mutig und triff die Wahl. Jetzt. Und immer wieder. Auf welchem Weg bist Du? Den der Angst? Oder den der Liebe? Das sind nämlich die beiden Gegensätze zueinander. Angst als Oberkategorie beinhaltet Wut, Sorgen, Missgunst, Hass, Fremdenfeindlichkeit, Verschlossenheit, Egoismus, Klammern, Besitzergreifung, Krieg, Krankheit (und noch vieles mehr solcher Ego-herrschenden Verhaltensweisen). Liebe steht für Freude, Harmonie, Offenheit, Frieden, Miteinander, Gesundheit, Versöhnung, Fröhlichkeit, Loslassen, Verzeihen (und da geht die Liste ins Unendliche. So wie unser Herz). Hast Du Dir mal selbst beim Reden zugehört? Ist Dir aufgefallen, wieviele Deiner Gedanken von Angst gesteuert sind? Was Du über andere Menschen sagst, oder zu Menschen sagst, was nicht lieb ist? Nicht lieb. Ja. Lass Dich von der Liebe leiten. Mache das einen Tag lang. Denn so, wie Du denkst, so sprichst Du. So, wie Du sprichst, so handelst Du. So, wie Du handelst, so bist Du. Und so wie Du bist, so denkst Du. Diesen Prozess können wir also mit unseren Gedanken steuern. Mache das. Achte auf Deine Gedanken und Worte. Du wirst verwundert sein. Und dann mache es einen weiteren Tag. Und jeden weiteren Tag. Und Du verstehst die Geheimnisse des Lebens. Solltest Du mal wieder aus der Angst heraus gehandelt haben, sind wir füreinander da, um uns zu erinnern. Uns zu erinnern, das unser Herz schlägt. Das Herz als Symbol der Liebe. Und wir sind füreinander da. Mit Worten. Taten. Gemeinsam lachen. Oder einfach nur mal atmen. Und dem eigenen Herzschlag lauschen.

08.Januar 2020
Liebevoller Abendhimmel über Marseille.

Ich bin gesund und munter. Danke. Ich habe gefastet. Und da bin ich liebevoll meinen Angst-Dämonen begegnet. Es war schön. Denn nun sind sie weg. Andere Dämonen gibt es vielleicht noch in mir. Vielleicht auch nicht. Das ist uninteressant. Sie zeigen sich nämlich, wenn es an der Zeit ist. Und das schönste ist, dass diese Dämonen einen Teil aufzeigen, der nicht zu mir gehört. Ich lasse diesen Ballast los. Ich fühle mich leichter. Und nicht nur, weil ich das ein oder andere Gramm während der Fastentage verloren habe. Ich habe auf ‘Reset’ gedrückt und bin mir vieles wieder bewusster. Und falls ich in eine Situation gerate, die mich überfordert, die versucht Panik zu verbreiten, dann atme ich ruhig ein paar Mal ein und aus. Und ich frage mich: „Was würde die Liebe jetzt tun?“

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Deutsche Fassung Die ReiseLeave a Comment on Aus aktuellem Anlass

0 Replies to “Aus aktuellem Anlass”

  1. So schön geschrieben!
    Den Weg der Liebe zu gehen, ist nicht immer einfach. Auf den ersten Blick. Aber ich versuche es und bin mir (manchmal zumindest) bewusst, wenn ich den Weg der Angst beschreite.

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