Noch wurde es nicht konkret benannt. Noch war es nicht offiziell hier verkündet. Doch Großstadt-Pocahontas hat seit Oktober einen tierischen Begleiter.

Da Großstadt-Pocahontas ein Pseudonym ist, bekommt das Tier auch einen. Darf ich vorstellen: Paw-Paw.
Die Geschichte von klein Paw-Paw
Es war einmal…
Anfang Oktober 2021. Ich bin vier Wochen alt. Der weiße Mann entdeckt mich. Er schaut mich mit großen Augen an und sein Gesicht beginnt zu strahlen. Ich schäme mich und traue mich nicht auf ihn zuzugehen.
– Seit Tagen bin ich hier zwischen Paletten und Baumaterialien. Der Boden ist hart. Niemand ist hier um mit mir zu kuscheln. Mit meinen Geschwistern habe ich so gerne gespielt. Und ich vermisse die Milch und die Wärme von meiner Mama. Ich verstehe nicht, warum ich hier in einer Lagerhalle bin. Ganz alleine. –
Der Mann kommt näher und hält mir etwas vor meine Schnauze. Dieser Geruch. Es riecht ungefährlich, ja sogar lecker. Das ist ein Stück Apfel, sollte ich später lernen. Ich esse es und nehme meinen ganzen Mut zusammen, um in der Nähe von diesem Mann zu bleiben. Vielleicht hat er noch etwas zum Essen?
Da geht er wieder. Und ich bin wieder alleine. Hungrig. Und traurig. Meine Familie fehlt mir.
Und da kommt der weiße Mann wieder. Ich mag ihn – dieser Mann riecht freundlich. Er streichelt mich, hebt mich hoch und redet mit mir. “Ich habe Angst, weißer Mann. Ich will zurück zu meiner Mama. Ich habe Hunger”, flüstere ich ihm zu.
Er hat mich wohl nicht verstanden. Ich sitze wieder auf dem Betonboden und er ist weg. Und da kommt er wieder. Und geht wieder. Und bleibt weg. Komisch. “Wo bist Du? Bleib bei mir.”
– Es war vor Kurzem. Erst vor ein paar Tagen. Da ist ein schwarzer Mann gekommen und hat mich einfach genommen. Ich hatte noch eben zwischen meinen Geschwistern geschlafen. Ohne ein Wort zu sagen, wurde ich von dem Mann in einen Karton gesteckt und in die Lagerhalle gebracht. Ich habe meine Mami noch nach mir rufen hören. Und ich habe um Hilfe gewinselt. Doch es hat nichts genützt. –
Der Tag in der Lagerhalle vergeht. Ich höre Stimmen. Der schwarze Mann kommt. Der, der mich meiner Mama entrissen hat. Oje. Was jetzt? Er packt mich und übergibt mich dem weißen Mann. Hatte er meine Worte verstanden? Bringt er mich zu meiner Familie? Der weiße Mann übergibt mich einer weißen Frau. Und nun? Das geht alles so schnell. Der weiße Mann und die weiße Frau verlassen die Lagerhalle. Mit mir im Arm. Sie gehen am Strand entlang. So viele Gerüche. Das Meer mit den lauten Wellen. Die vielen Tiere und Menschen. Vor Schreck mache ich etwas Pipi. Oje. Noch weiß ich nicht wie mir geschieht. Ich kann nur erahnen, dass ich nun keine Angst mehr haben brauche. In den Armen dieser Menschen fühle ich mich geborgen.
Wir kommen zu einem Haus. Dort riecht es nach den zwei weißen Menschen. Ich bekomme Essen und Trinken. Und bin hundemüde. Und glücklich. Der weiße Mann hat mich verstanden.
Was für ein Tag! Der Tag, an dem ich ein Zuhause bekommen habe. Der Tag, mit meiner neuen Familie. Ein ganz besonderer Tag.
Seitdem sind Paw-Paw und Großstadt-Pocahontas unzertrennlich. “Die Welt mit einer Schnüffelnase an meiner Seite zu erkunden ist großartig und jedes Abenteuer macht tierisch Freude”, denkt sich Großstadt-Pocahontas. Paw-Paw fühlt sich wohl mit den menschlichen Begleitern und gibt auch gerne mal den Kurs an: “Nur der Nase nach!”. Und sie freuen sich auf das nächste Erlebnis.
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Deutsche Fassung Die ReiseLeave a Comment on Ein treuer Begleiter

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