10.SEPTEMBER 2021. Senegal. In einer kleinen Ortschaft an der Küste. In der Nähe von M’bour. Es ist, als ob jemand einen Knopf drückt und es regnet los. In Kübeln. Gar schon wie ein Wasserfall. Zwar wird der Regen vom Donner, und der Wolkenfront die vom Meer heranzieht angekündigt, doch ist es dann schlagartig. Die sonst hitzige, schwüle Luft ist mit dem Regenschauer angenehm erfrischend. Das saftige Grün der Pflanzen genießt die Dusche und die Pause von der Sonne. Es sind tagsüber um die 30 Grad. Die Luftfeuchtigkeit liegt bei durchschnittlich 75 % am Tag.

Der Ventilator ist an meiner Seite und erfüllt seinen Dienst. Jetzt, mit dem Regen und der frischen Brise, sorgt das Gerät für kalte Luftzüge. Fast schon so, als ob es zu einer Klimaanlage transformiert ist. Ich genieße diese Art von Erfrischung. Erfahrungsgemäß ist das angenehme Klima schnell vorbei, sobald die Sonne wieder zum Vorschein kommt.
Die Regenzeit hat dieses Jahr später als gewöhnlich begonnen. An vielen Orten in der Natur wird es immer karger. Manche Pflanzen können diese lange Durststrecke nicht überstehen. Was es damit auf sich hat, und warum schon seit Jahrzehnten die Trockenzeit immer länger wird, werde ich in einem zukünftigen Artikel erläutern. Darin wird es mystisch. Heute bleibe ich beim meteorologischen und biologischen Aspekten und spiele mit den Gedanken, was ich als nächstes pflanzen kann. Es ist kinderleicht hier zum Landwirt zu werden. Der Erdboden ist mineralreich. Die Samen, kaum wurden sie gesetzt, sprießen aus der Erde. An jeder Ecke sind ertragreiche Mangobäume. Wenn nicht gerade das Grundstück Obstbäume beinhaltet, ist es flink gemacht, sein Grundstück mit Obstbäumen auszustatten. Innerhalb von einem Paar Jahre sind die Bäume ein bis zwei Meter hoch und tragen vereinzelt Früchte.

Die Sonne ist unermüdlich. Der Erdboden ist aufgeheizt. Doch bedecken nun die Wolken den Himmel. Das Regenwasser formiert sich hier und da zu großen Pfützen. Das Wasser hat keine Chance zu versickern, zu kompakt ist der Boden. So haben Moskitos vielerlei Möglichkeiten sich fortzupflanzen. Regenzeit ist nämlich Moskitozeit und bedeutet, dass Malaria kursiert.
Als ob die fliegenden Viecher nicht schon lästig genug sind, sie übertragen auch noch Krankheiten.
Doch zum Glück habe ich den Ventilator auf mich gerichtet. Der Wind hält diese kleinen Biester von mir fern.

Es ist Regenzeit, hier im Senegal. Die Natur freut sich und dankt mit einer blühenden Farbenpracht, leckerem Obst und eine Vielfalt an Gemüse.
Der Regen ist mittlerweile vorbeigezogen. Noch hängen die Wolken über dem Land. Die Vögel zwitschern ab und zu. Ein Singen, Zwitschern und Trällern von Vogelarten, die ich zuvor noch nie gesehen habe. Die Ohren vernehmen stets neue Laute. Die Augen erhaschen einen Blick auf die fliegenden Sänger.
Es könnte so paradiesisch sein, würde da nicht das Gezeter einer Senegalesischen Frauenstimme alles dominieren. Ein kleiner Junge weint darauf hin.
Es hat wieder jemand auf den Knopf gedrückt, für die zweite Runde Regen. Gut. Vielleicht lässt das Nass die erhitzten Gemüter abkühlen.

